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(Bildung)
Streik! |
Wir
stehen heute hier streikend auf der Straße, weil wir
keinen Bock mehr haben auf den Raubbau an der Bildung.
Büchergeld
und Studiengebühren, Lehrermangel und Schulschließungen,
fehlende Studien- und Ausbildungsplätze sind jedoch
nur die Spitze eines gigantischen Eisbergs. Wenn wir uns
das Schulsystem als ganzes ansehen, muss unsere Kritik noch
weiter gehen.
Wer
kennt sie nicht, die eigene Ohnmacht gegenüber dem
nervenden, autoritären Lehrer oder Professor. Das Gefühl
nichts gegen die von oben kommenden Ungerechtigkeiten unternehmen
zu können. Das hilflose Hinnehmen der fortwährenden
Verletzung der eigenen Würde durch einen Menschen,
welcher nur allzu oft der Bezeichnung "Pädagoge"
unwürdig erscheint.
Doch
auch Lehrer sind nur kleine mehr oder weniger gut geölte
Rädchen in einem elitären und hierarchischen System.
Über ihnen steht der Direktor, die Schulbehörde,
die Regierung und - letztendlich - das ganze kapitalistische
System. Einzig Gehorsam, Profit und Verwertbarkeit sind
gewollt. Daran wird deutlich, wie sich unsere Gesellschaftsform
im Schulsystem widerspiegelt. Gegliedert wird streng von
oben nach unten. Der Schüler hat eine ähnliche
Stellung wie der Arbeiter in der Produktion: er steht in
dieser Rangordnung ganz unten. Durch Disziplinierung und
Strafe, oder auch durch "Brot und Spiele" soll
dafür gesorgt werden, dass diese Systematik ungefährdet
bleibt: Widerstand und abweichendes Verhalten wird nicht
geduldet.
"Die
Schule ist ein raffiniertes Herrschaftsmittel des Staates, geschaffen
(…) um von Kindesbeinen an alle Staatsangehörigen
an Gehorsam zu gewöhnen, ihnen die Suggestion von der Notwendigkeit
des Staates in Fleisch und Blut übergehen zu lassen, jede
Emanzipationsidee im Keime zu lähmen, die Entwicklung ihres
Denkens in wohlgehegte Bahnen zu lenken und sie zu bequem regierbaren,
demütigen Untertanen zu drillen."
Walther
Borgius
Wir
sagen: So muss es nicht sein und so soll es nicht sein.
Das
Herrschaftssystem hängt uns zum Halse raus und den
Kapitalismus finden wir zum Kotzen!
Wir
möchten in einer wirklich herrschaftsfreien Welt leben,
in der es nicht sein darf, dass Menschen anderen Menschen
befehlen und sie zu Dingen zwingen, die sie nicht möchten
(seien es Hausaufgaben, der Verkauf von Arbeitskraft oder
staatliche Zwänge wie Militärdienst oder 1-Euro-Jobs).
Für
den Bildungsbereich ergeben sich daraus folgende Konsequenzen:
-
Wir möchten keinen Hampelmann der uns diszipliniert
und zu staatstreuen Bürgern formt. Lehrer und Schüler
sind gleichwertige Menschen und haben eine gleichberechtigte
Behandlung verdient.
-
Ziel jeglicher Erziehung muss immer die Achtung und Liebe
für die Freiheit der anderen sein, gleich wessen
Geschlechts, welchen Alters und welcher Herkunft diese
anderen auch seien.
-
Wir
möchten lernen, was WIR individuell lernen wollen
und gebrauchen können, und nicht was uns durch irgendwelche
Institutionen und Wirtschaftsverbände vorgeschrieben
wird. Als Lehrer sind demzufolge nicht nur ausgebildete
"Lehrer" anzusehen, sondern jedes für uns
interessante Mitglied der Gesellschaft (Bauarbeiterinnen
wie Hausmänner usw.).
-
Es
ist ein Irrglaube zu behaupten, dass ohne Zwang kein Lehrprozess
stattfindet. Das Leben ist ein einziger fortschreitender
Lernprozess und der beste Lehrmeister. Lernfortschritte
sind immer individuell unterschiedlich und eine gerechte
Beurteilung ist weder möglich noch nötig. Wir
fordern freien Unterricht ohne Noten und Beurteilung durch
irgendeinen Willkürherrscher.
-
Dies
alles läuft der autoritären Schichtenhierarchie
des Kapitalismus zuwider. Im Kapitalismus wird es keine
Freiheit und keine freie Bildung geben. Eine neue, solidarische
und ökologische Ökonomie muss her!
Aus
diesen Konsequenzen folgend solidarisieren wir uns mit den
konkreten Forderungen dieser Demonstration und betrachten
diese als einen ersten Schritt in die richtige Richtung:
-
Wiederherstellung
der Lernmittelfreiheit!
-
Ablehnung
jeglicher Studiengebühren!
-
Abschaffung
des 3-gliedrigen Schulsystems!
-
-
Kleinere
Klassen, keine Schulschließungen!
-
Bildung
fuer alle und zwar umsonst!

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