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Aktionsblatt Streik!

schwarz-rot

Dies ist KEIN Manifest. Es ist auch KEIN Anwerbepamphlet.

Es ist ein Beitrag von AnarchistInnen zum Ideenaustausch innerhalb unserer Klasse.

Wir hoffen, dass es Euch nützt.
Verständigung funktioniert gegenseitig.
Jetzt seid Ihr dran!

Warum Streik?

Auf den ersten Blick scheint dies eine ziemlich dumme Frage. Dennoch ist es sehr wichtig zu wissen, warum Ihr streikt - was sind die Ziele, Gründe und Ursachen? Sehr oft scheinen die Gründe für einen Streik recht unbedeutend, wie z.B. bei den sogenannten 'Zigarettenpausen-Streiks’ oder “Bummelstreiks”. Bei näherem Hinsehen kann sich jedoch die 'Kleinigkeit’ als ein sehr guter Grund erweisen. Eine Weile andauernder Schikane durch die Betriebsleitung oder die ständige Verschlechterung der Arbeitsbedingungen können zu einem spontanen Streik führen. Der Tropfen, der das Fass zum Überlaufen bringt, ist meist klein, daher ist es wichtig, die Hintergründe und den Ursprung des Handelns aufzuzeigen.

Manchmal ist ein Streik nicht die ideale Waffe, er ist kostspielig und kann bei zu häufiger Durchführung aufs Geratewohl zu Vertrauensverslust und Mutlosigkeit führen. Es lohnt sich, auch andere Formen der direkten Aktion in Betracht zu ziehen. Dienst nach Vorschrift, Langsamarbeit, Sit-Ins, Besetzungen und Sabotage haben ebenso ihren Platz im täglichen Kampf. Meist sind sie weniger aufwendig, sowohl finanziell, als auch die persönlichen Kräfte betreffend. Jede Situation hat ihre eigene Lösung, aber es gut für die Leute, ihre Erfahrungen des Sich-Wehrens zu erweitern, es gibt mehr im Klassenkampf als Streik und immer nur Streik. Die Zabalaza Books Broschüre 'Handbuch zur Organisation für den rebellischen Arbeiter’, die zum Herunterladen auf der ZB Webseite zur Verfügung steht, gibt einen genauen Einblick in weitere Formen der direkten Aktion und wird wärmstens empfohlen.

Wann streiken?

Damit ein Streik Erfolg hat, müssen bestimmte Bedingungen erfüllt sein. Die erste Voraussetzung ist ein Anliegen, das die ArbeiterInnen verstehen und für das sie sich gemeinsam einsetzen. Dies scheint offensichtlich, aber häufig drängen die Gewerkschaften zum Streik für rein parteipolitische Ziele, welche die ArbeiterInnen nicht wirklich zusammenführen und die ihnen relativ egal sind. Das heißt nicht, dass nur für Löhne gestreikt werden soll, aber um Erfolg zu haben, muß ein Streik ein echtes Anliegen der Arbeiter_Innen beinhalten.

Zweitens sollte der Streik direkt von den Arbeiter_Innen beschlossen werden. Dies bedeutet nicht, zu warten, bis jede/r einzelne ArbeiterIn einverstanden ist, was unmöglich sein dürfte. Aktionen sollten von einer Mehrheit bei Versammlungen beschlossen werden, nicht in geheimen Abstimmungen, die manipuliert werden können, oder durch Bürokraten im Zentralbüro bestimmt werden. Schließlich muß ein Streik von denjenigen ausgeführt werden, die ihn beschlossen haben und die betroffen sind. Nach einem Beschluss einfach nach Hause gehen hat noch nie funktioniert. Passive Streiks sollten nach Möglichkeit vermieden werden.

Der 1-Tages-Streik oder Warnstreik

Der scheinheilige 1-Tages- oder Warnstreik ist die Lieblingstaktik der Reform-Bürokraten und Politiker. Er erreicht nichts außer dem Verlust eines Tageslohns. Die Erfahrung zeigt, dass Warnstreiks normalerweise von faulen Betriebsräten in Gang gesetzt werden, die größeren Ärger vermeiden wollen. Es wird Dampf abgelassen, ohne größeren Schaden anzurichten, ohne etwas Grundlegendes zu verändern.

Der Warnstreik ist ebenfalls oft mit parteipolitischen Interessen verknüpft. Dabei werden die Arbeiter_Innen von Politiker_Innen benutzt, die der Opposition über arbeitsmarktpolitische Themen Punkte abknöpfen wollen. Für uns springt dabei nichts heraus, außer einen Tag weniger Lohn.

Wenn wir symbolisch protestieren oder Solidarität ausdrücken wollen, gibt es viele andere Wege. Zum Beispiel könnte ein eintägiges Sit-In erfolgreicher sein. Oder alle machen einen Tag krank oder arbeiten Dienst nach Vorschrift, um den Arbeitsplatz saumäßig zu hinterlassen. Es gibt unendliche Möglichkeiten. Wenn wir durch Stimmenmehrheit unserer KollegInnen zu einem Warnstreik gezwungen werden, sollten wir den Tag konstruktiv nutzen. Es ist eine Chance, mit den MitarbeiterInnen und RevolutionärInnen direkt zu diskutieren. Schließt Kontakte. Schafft alternative Plattformen gegen BürokratInnen und PolitikerInnen. Macht deutlich, wer von den Scheinaktionen wirklich etwas hat, z.B. Gewerkschaftsbosse, Politiker_Innen oder gar die Chefs selber.

Offiziell/inoffiziell

Macht es wirlich etwas aus, ob ein Streik offiziell oder inoffiziell ist? Uns macht es überhaupt nichts aus, wenn ein Streik 'inoffiziell’ ist. Wir brauchen keine 'offizielle’ Erlaubnis, mit unseren Aktionen unsere Bedürfnisse durchzusetzen.

Tatsächlich tun uns die GewerkschaftsführerInnen einen Gefallen, wenn sie uns wieder an die Arbeit schicken: sie entlarven die wahre Natur der Gewerkschaftsbürokratie. Der Staat braucht die Funktionäre, um uns zu kontrollieren. Wenn wir 'inoffiziell’ oder 'wild’ streiken, bekräftigen wir unser Recht auf eigene Entscheidungen, wir gewinnen unsere Selbstbestimmung zurück. Im Falle dass sich die Gewerkschaftsführung gegen uns wendet, müssen wir die Funktionäre genauso hart bekämpfen wie die Chefetage.

In jedem Fall haben Gewerkschaftsfunktionäre, Vollzeit-BürokratInnen und faule VersammlungsleiterInnen oder Betriebsräte kein Recht, unsere Kämpfe zu leiten. Es ist die Sache der Arbeiter_Innen selbst (und auch keiner angeblich 'bewußteren’ Minderheit aus ihren Reihen) die Entscheidungen zu treffen, wie ein Kampf geführt werden soll.

Vereinbarungen zwischen Gewerkschaften und Beschäftigten sind keine unumstößlichen Befehle!

Der Kampf zwischen ArbeiterInnen und Bossen hört niemals auf; er währt die ganze Zeit, während mit Vereinbarungen versucht wird, ihn einzudämmen und die Bosse zu übervorteilen. Denn die Chefs werden immer bevorzugt und wir wurden immer benachteiligt. Wenn es daher notwendig wird, Vereinbarungen zu brechen, müssen sie gebrochen werden. Abmachungen und Verträge sollten uns nicht im Wege stehen. Im Streikfall müssen wir wissen, was wir wollen und wie wir es bekommen. Die Bosse haben ihre eigenen Wertevorstellungen, wenn es ihren Interessen dient, die Arbeiterklasse sollte also ebenso verfahren.

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Organisation/Organisierung

Wir ArbeiterInnen und Beschäftigte müssen uns jederzeit organisieren. Wenn der Chef uns heute auch freundlich angrinst, morgen wird er uns doch betrügen. Und bei jedem Streik, jedem Kampf finden wir die ArbeiterInnen wieder unvorbereitet, desorganisiert, abgelenkt durch Meinungsverschiedenheiten und Streitigkeiten. Doch die Chefetagen sind immer gut organisiert, halten zusammen, treten wirkungsvoll und selbstbewußt auf. Kein Wunder, dass sich die Arbeiterklasse auf dem Rückzug befindet. Die Bosse lernen voneinander, wir leider häufig nicht.

In den meisten Betrieben gibt es mehrere Gewerkschaftsvertretungen (aber immer nur eine Leitung). Die ArbeiterInnen haben verschiedene Vertrauensleute und Strukturen in den einzelnen Bereichen, verschiedene Erfahrungswerte führen häufig zu Mißtrauen und spaltenden Zänkereien. Der erste und allerwichtigste Schritt ist daher die Gründung von ArbeiterInnenräten aus Delegierten aller Gewerkschaften und Abteilungen des Betriebes. Ob Hand- oder KopfarbeiterIn, egal zu welcher Gewerkschaft gehörig, diese Komitees müssen alle Gruppen von Beschäftigten vereinigen. Sie sollen sich regelmäßig treffen, sich kennenlernen, Informationen austauschen und ihre Erfahrungen sammeln und zur Verfügung stellen. Sicherlich wird es die Neigung geben, dass alles durch dominierende Personen vereinnahmt wird usw. Alle Delegierten müssen daher in General-versammlungen direkt von den beteiligten ArbeiterInnen gewählt werden, sie haben Berichtspflicht und, am allerwichtigsten, sie können jederzeit sofort abgewählt werden, wenn sie nicht den Wünschen der ArbeiterInnen gemäß handeln. Das nennen wir ein imperatives Mandat. Mit einer derart weitreichenden Organisation ausschließlich aus ArbeiterInnen, ohne Vollzeit-Gewerkschaftsfunktionäre, können Vertrauen und Verständigung wachsen und ungeahnte Stärke erzeugen. Mit solchen ständigen ArbeiterInnenräten sollte es möglich sein, der Chefetage jederzeit die Stirn zu bieten. Im Falle eines Streiks können sie als Streikausschuss fungieren oder als Erfahrungspool bei der direkten Wahl des Streikausschusses wertvolle Hilfe leisten.

In vielen Betrieben gibt es zusammengeschlossene Betriebsräte, die den Arbeiter_Innenräten, die wir im Sinn haben, ähnlich sind. Jedoch wird dort die direkte Wahl oder Abwahl, die wir für entscheidend wichtig halten, nicht immer praktiziert. Viele Betriebsräte werden durch Trägheit zur Bremse unserer Selbstbestimmung, diesen muss deutlich entgegengetreten werden. Die Erfahrung lehrt, dass viele Betriebsausschüsse nur Laberrunden sind, ohne dass von der Arbeiter_Innen schaft etwas eingebracht wird. Dies ist die direkte Folge von Teilnahmslosigkeit und selbstbezogenen Betriebsräten. Gleichgültigkeit ist eine häufige Reaktion auf nicht vorhandene Verständigung und Information seitens der Gewerkschaften. Es bleibt Aufgabe der 'militanten Aufrührer’, den Versuch zu wagen, die s e Schläfrigkeit zu vertreiben, wobei eine Prise Humor nicht fehlen sollte. Es ist eine Tatsache, dass heutzutage die gewerkschaftliche Aktivität häufig langweilig und völlig von der Wirklichkeit am Arbeitsplatz abgetrennt ist, obwohl das Gegenteil der Fall sein sollte.

In den meisten Fällen stellt heutzutage der Betriebsratsausschuss auch das Streikkomitee; das wäre halb so schlimm, wenn es gut organisierte ArbeiterInnenräte geben würde. Ausserdem ist das Streikkomitee auf einer Generalversammlung aller ArbeiterInnen direkt zu wählen. Beide Wege sind nützlich, allerdings ist ein Streikkomitee nur so gut, wie die Gruppen und Einzelpersonen, die es vertritt. Berufsfunktionären und dem Zentralbüro sollte nicht gestattet werden, den Streik zu leiten. Alle Entscheidungen müssen von den Streikenden verstanden und getragen werden. An Verhandlungen mit der Betriebsleitung sollten soviel Delegierte wie möglich teilnehmen, um Verrat, Ausverkauf, Hintertürchen und dergleichen zu vermeiden. Verhandlungen mit nur einem oder zwei Delegierten mit einer ganzen Gruppe von Bürokraten und Bossen sind auf jeden Fall absolut zu vermeiden.

Es wäre sinnlos, strikte Regeln und Gesetze aufzustellen, wie alles richtig zu tun ist. Jeder Betrieb ist anders, jeder Streik ist anders. Diese Vorschläge haben nur die Absicht, Ideen und Diskussionen zur Vorgehensweise und zur Organisierung eines Streiks beizutragen.

Geld

Wenn ein Streik eine Weile dauern soll, muss die Finanzierung so früh wie möglich geklärt werden. Die Gewerkschaften stellen oft Streikfonds bereit, aber diese reichen selten lange genug. Bei offiziellen Streiks gibt es gewöhnlich Streikzahlungen, aber meist nicht sehr viel. An vielen Orten gibt es vom Gewerkschaftsbüro keine Zahlungen bei wilden Streiks. Einer Abteilung des Streikkomitees (oder ArbeiterInnenrates, falls vorhan-den) sollte daher die Verantwortung für das Einwerben von finanziellen und anderen Mitteln übertragen werden.

Normalerweise werden am Arbeitsplatz Spenden gesammelt. Auch sollten Anträge bei allen Gewerkschaften auf allen Ebenen gestellt werden. Bittbriefe sind eine Sache, oft bringt ein Besuch durch Streikende mehr. Spenden können bei Abteilungstreffen oder auch bei Arbeitsbeginn und Feierabend eingesammelt werden.

Solidaritäts konzerte und Parties sind eine weitere Einnahmequelle, die von den Gewerkschaften allerdings häufig gemieden wird. Konzerte sind nicht schwer zu organisieren und können nicht nur finanziell etwas einbringen, sondern auch zu neuen Kontakten mit Leuten außerhalb der Gewerkschaften beitragen. Es ist wichtig, Informationsaustausch und Unterstützung auch jenseits der beschränkten Bühne der Gewerkschaftskämpfe anzustreben. Jeder Streik ist ein sozialer Kampf, der die gesamte Gesellschaft etwas angeht. Soziale Vereine, Jugendclubs, Mieterschutzvereine, Nachbarschaftsinitiativen usw. sollten informiert und um finanzielle Unterstützung und aktive Mithilfe gebeten werden. Keine Möglichkeit sollte ausgelassen werden, wenn es um die materiellen und ideelen Ressourcen beschaffung geht.

Es versteht sich von selbst, dass jede noch so geringe Summe transparent abgerechnet werden muss. Jede Verteilung von Mitteln soll in der Vollversammlung beschlossen werden. Dies wird häufig sehr schwierig sein, ist aber sehr wichtig und muss gut vorbereitet werden, um die Verteilung der Finanzmittel nicht den Bürokraten zu überlassen.

Öffentlichkeitsarbeit

Eigene Informationsverteilung ist jederzeit wichtig, in Zeiten von Streiks umso mehr. Die Massenmedien werden lügen und die Wahrheit verzerren, den Streikenden wird niemals eine gerechte Berichterstattung zuteil. Sie werden als Schuldige dargestellt und von Erpressung des Landes bis hin zur Verurteilung als anarchistischer Abschaum wird ihnen alles Mögliche vorgeworfen werden.

Wo es Arbeiter_Innenräte gibt, wird es wahrscheinlich auch regelmässige Informationsblätter und eigene Zeitungen geben. Oft mals gibt jede Gewerkschaft ihr eigenes Blättchen heraus (wenn es die Mitglieder je zu Gesicht kriegen). In diesem Fall sollten auch alle Veröffentlichungen in einer Zeitung zusammengestellt werden, um die Vorgänge im ganzen Betrieb darzustellen. Wenn es noch gar nichts in dieser Richtung gibt, sollte sofort damit begonnen werden. Informationsblätter und regelmässige Versammlungen können jede/n ausreichend über alle Entwicklungen auf dem Laufenden halten.

Für die allgemeine Öffentlichkeit sollten Flugblätter und Informationsschriften erstellt und so breit wie möglich verteilt werden. Regelmäßige Pressemitteilungen sollen an die Massenmedien, politische Gruppen und RevolutionärInnen verschickt werden. Weitere Flugblätter sollten sich an die Gewerkschafter_Innen, die Anwohner_Innen der Umgebung etc. richten. Ihr werdet aber trotzdem immer gegen Verleumdung und Lügen ankämpfen müssen.

Gewählte Delegierte können Treffen anderer Abteilungen oder nahe liegender Betriebe besuchen, die Nachbarschafts-versammlungen usw. können ebenfalls zur Unterstützung und zum Informationsaustausch genutzt werden.

Wenn Gruppen von EinwanderInnen betroffen sind, müssen ihre Sprachen berücksichtigt werden, selbst wenn sie eine der Minderheit sind. Rassismus darf uns nicht trennen. Erklärt in ihren Gemeinschaften, worum es geht, nutzt ihre Presse und ihre Medien. Anders sprachige Minderheiten unter den ArbeiterInnen sind sehr häufig viel zu schwach vertreten. Es liegt an uns, dies zu ändern!

Internationale Solidarität kann uns ebenfalls helfen, besonders wenn ein Unternehmen in mehreren Ländern aktiv ist oder Zweigstellen auf anderen Erdteilen hat. Anarchistische Gruppen sind normalerweise bereit zu helfen, sowohl beim Aufstellen von Streikposten als auch bei der Herstellung und Verteilung von Flugblättern und Infomaterialien. Parteien mögen Unterstützung anbieten, aber passt auf, dass sie nicht die Kontrolle übernehmen! Zu jeder Zeit müssen die ArbeiterInnen die Entscheidungsmacht bei sich behalten!

Schließlich sei noch betont, dass es nichts Wirksameres gibt, als den persönlichen Kontakt zwischen den MitarbeiterInnen um Nachrichten zu verbreiten. Über Lasst niemals den Bürokraten oder 'Experten’ euren Kampf zu führen. Erzählt Eure Anliegen überall weiter, in Kneipen, Läden, Fabriken und auf der Straße. Benutzt ebenfals die linke Presse und die linken Medien, um Eure Nachrichten überall zu verbreiten.

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Direkte Aktion/Solidarität

die chefs brauchen unsVielerorts ist die Aufstellung von Streikposten die häufigste Form von direkter Aktion bei Streiks. Jedoch ist es nicht die einzige Form und auch nicht immer die wirksamste. Viele Streikende sind beispielsweise durch brutale Polizeigewalt leicht einzuschüchtern. Wenn jedoch andere ArbeiterInnen sie unterstützen, durch Abstellen der Energiezufuhr, Blockade von Nachschub, Verhindern der Postzustellung, Unterbrechung der Telefonleitungen usw., wie lange können der Streik und die Angriffe dann anhalten? Dies ist der Schlüssel zum letztendlichen Erfolg. Weitet den Streik soweit wie möglich aus. Jeder Angriff auf eine Gruppe von ArbeiterInnen ist ein Angriff auf uns alle. Die Bosse handeln niemals allein, sie haben die volle Unterstützung der kapitalistischen Presse und ihrer Klasse, die aus früheren Erfahrungen lernt.

Um Streikbrecher aufzuhalten, ist es nützlich, wichtige Maschinen oder Informationen zu entfernen oder zu zerstören, um andauernde Weiterarbeit zu verhindern. StreikbrecherInnen können auch nach Hause begleitet werden, um dort Posten aufzustellen oder sie anderweitig am streikbrechen zu behindern.

Während die Gesetze betreffs Streikposten/Besetzungen sehr streng sind, wissen wir doch, dass sie gebrochen werden und gebrochen werden müssen. Massenhafte Besetzungen werden die Polizeigewalt auf sich ziehen, also müssen wir lernen, auf uns selbst aufzupassen, uns zu verteidigen, Gegen-Angriffs-Trupps müssen gebildet werden, um Verhaftungen zu verhindern. Darüber hinaus ist es eine gute Idee, nicht nur die betroffenen Betriebe, sondern auch die Zulieferer und die Wohnungen der Chefs etc. zu besetzen.

Auf jeden Fall haben wir nur dann eine bessere Chance, etwas zu erreichen, wenn die Streiks ausgeweitet und zu generellen sozialen Kämpfen verbreitert werden.

Direkte Aktion während des Streiks ist sinnvoll und gut für die Stimmung. Sabotage und Besetzung sind besonders wirkungsvoll.

Was fehlt?

wir brauchen sie nicht!Endet der Kampf mit dem Ende des Streiks und der Rückkehr zur Arbeit? Ganz sicher NICHT! Vielleicht haben wir mit diesem Text nur das Offensichtliche wiederholt, aber wir haben das Gefühl, dass oft nicht genug Aufmerksamkeit auf die grundlegenden Dinge gerichtet wird. Nicht alle, die diesen Text lesen, sind AnarchistInnen (hoffen wir), aber die hier ausgedrückten Ideen und Erfahrungen sind für alle Militanten der Arbeiterklasse wertvoll. Allerdings kämpfen wir als AnarchistInnen für mehr als höhere Löhne und bessere Bedingungen (dafür jedoch auch). Unser letztendliches Ziel ist die Abschaffung des Klassensystems und der Lohnarbeit, wir arbeiten für eine freie Gesellschaft, die nach Bedarf und nicht für Gewinn produziert. Um diese freie kommunistische Gesellschaft zu erreichen, glauben wir, dass die Arbeiterklasse die Gesellschaft formen und die Produktionsmittel übernehmen muss. Der gemeinschaftliche Generalstreik ist die Waffe, mit der die Arbeiterklasse die gesellschaftliche Revolution beginnen muss. Bis dahin fühlen wir uns verpflichtet, unsere Mit-ArbeiterInnen im unabhängigen Handeln für ihre Klasse zu ermutigen, um Kraft und Selbstbewusstsein zu sammeln und mit Erfahrung und Wissen die gesellschaftliche Revolution zu beginnen.

Wir sind keine PolitikerInnen, weder MarxistInnen noch Liberale. Wir wollen nicht in Vertretung für die ArbeiterInnen die Macht übernehmen. Wir glauben einfach, dass die Befreiung der ArbeiterInnen ihre eigene Aufgabe ist.

Was wir wollen

Als AnarchistInnen glauben wir an eine Gesellschaft, die ohne Herrschaft organisiert ist, mit Herrschaft meinen wir die Macht, jemensch den eigenen Willen aufzuzwingen. Wir glauben nicht nur, dass Herrschaft für die gesellschaftliche Organisation überflüssig ist, im Gegenteil: weit davon entfernt der Gesellschaft zu nützen, lebt Herrschaft in ausbeuterischer Weise von ihr, behindert ihre Entwicklung und nutzt ihre Errungenschaften, um sie nur einer besonderen Klasse zukommen zu lassen, die andere ausnutzt und unterdrückt. Wir glauben ebenfalls, dass Ausbeutung, Lohnsklaverei, Krieg und Unterdrückung so lange andauern werden, wie es den Staat (Regierung, Polizei, Gerichte, Gefängnisse, usw.) in der heutigen Form gibt. AnarchistInnen glauben, dass die ArbeiterInnen die Kontrolle in der Gesellschaft übernehmen und diese nach dem Vorbild ihrer eigenen Organisationsformen umgestalten sollten.

Wir glauben, dass der gesellschaftliche Generalstreik das Mittel ist, mit dem die Arbeiterklasse den Staat überwinden und mit dem Aufbau eines herrschaftsfreien = anarchistischen Systems von Selbstorganisation, Gerechtigkeit, Frieden und Freiheit beginnen kann.

AnarchistInnen sind in allen Bereichen der gesellschaftlichen Kämpfe tätig, in Gewerkschaften, Anti-Kriegs-Bewegungen, Arbeitslosen-Gruppen, Eroberung von Freiräumen, der Frauenbewegung usw.

Wenn Du mehr über Anarchie erfahren möchtest, Anregungen und/oder Kritik zu dieser Broschüre hast, nimm bitte Kontakt zu uns auf!

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Dieser Text beabsichtigt, grundlegende Verfahrensweisen und Möglichkeiten zur Organisierung darzulegen; er beschäftigt sich damit, Diskussionen und Verständigung zwischen “AG Solidarität von unten” und KämpferInnen innerhalb und außerhalb von Gewerkschaften anzuregen. In einer Zeit, in der sich die ArbeiterInnen mehr und mehr auf dem Rückzug befindet, ist es lebensnotwendig, Erfahrungen und Wissen auszutauschen und voneinander zu lernen, um besser und nachhaltiger Widerstand zu leisten. Das Niveau politischer Kultur in der arbeitenden Klasse ist im allgemeinen katastrophal; von Presse und Fernsehen belogen, von Gewerkschaftsfunktionären herumgeschubst, ist es jetzt mehr denn je an der Zeit für alle gewissenhaften ArbeiterInnen, gut vorbereitet zurückzuschlagen. Mit der Verbreitung dieser Ideen und Erfahrungen aus langen Jahren müssen wir lernen, wie wir uns organisieren und wehren.