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Internationale
anarcho-kommunistische Erklärung zur globalen Krise
und zum G20 Treffen |
1.
Die gegenwärtige Krise ist typisch für die Krisen,
die regelmäßig in der kapitalistischen Wirtschaft
auftreten. "Überproduktion", Spekulationen
und anschließender Zusammenbruch sind Bestandteil dieses
Systems. (Alexander Berkman und andere haben darauf hingewiesen,
dass das was von kapitalistische Ökonomen Überproduktion
genannt wird eigentlich Unterkonsumption ist: der Kapitalismus
verhindert eine große Zahl von Menschen, ihre Bedürfnisse
zu erfüllen und untergräbt so seine eigenen Märkte.)
2.
Jede Lösung der Krise, die von Kapitalisten und Regierungen
entwickelt wird, bleibt eine Lösung innerhalb des Kapitalismus.
Es wird keine Lösung für die unteren Klassen sein.
Und wie in jeder Krise sind es in Wirklichkeit die Arbeiter
und Arbeiterinnen sowie die Armen, die dafür bezahlen
- während dem Finanzkapital mit riesigen Summen geholfen
wird. Dies wird sich höchstwahrscheinlich fortsetzen.
Keine Änderung innerhalb des Kapitalismus kann die Probleme
der unteren Klassen lösen; noch weniger kann man sich
eine solche Lösung von einzelnen Politikern erwarten,
wie etwa Barack Obama. Das beste, was diese Politiker tun
können, ist den Kapitalisten einen Ausweg zu zeigen und
der Arbeiterklasse vielleicht ein paar Krümel zuzuwerfen.
3.
Die Hilfe für Banken zeigt nicht nur wessen Interessen
der Staat dient, sondern auch dass das kapitalistische Engagement
für freie Märkte nur eine leere Worthülse ist.
Immer wieder zeigte sich im Laufe der Geschichte, dass die
Kapitalisten für freie Märkte standen, wenn es ihnen
passte, und für staatliche Regulierung und Subventionen,
wenn sie diese brauchten. Der Kapitalismus hätte nie
ohne staatliche Unterstützung existieren können.
4.
In den USA, dem Vereinigten Königreich und anderswo,
haben diese Hilfeleistungen die Form von Verstaatlichung der
angeschlagenen finanziellen Institutionen angenommen - mit
voller Unterstützung des Kapitals. Dies zeigt, dass die
Kapitalisten kein grundsätzliches Problem mit Verstaatlichung
haben, und dass Nationalisierung nichts mit Sozialismus zu
tun hat. Es kann auch eine Methode sein, die Arbeiterklasse
zu hintergehen. Wir selbst, nicht der Staat, müssen die
Kontrolle über die Wirtschaft übernehmen.
5.
Aufgrund der Globalisierung von Kapital im Zeitalter des Neo-Liberalismus,
sieht die herrschende Klasse ein, dass die Lösung global
sein muss. Die G20 treffen sich ab dem 15. November, um über
die Krise zu diskutieren. Dies ist signifikant. Die HerrscherInnen
aus den USA, Europa und Japan erkennen, dass sie mit dieser
Krise nicht alleine umgehen könnnen; dass sie nicht nur
einander, sondern auch andere Kräfte brauchen, vor allem
China (welche sich als eine Top-Industrie-Produzentin herausbildet
und auf dem Weg ist, die weltweit drittgrößte Wirtschaft
zu werden). Indien, Brasilien und andere "aufstrebende"
Volkswirtschaften werden einen Sitz am runden Tisch haben.
Dies könnte eine Anerkennung markieren - seit einigen
Jahren in Diskussion - dass die G8 allein nicht mehr die wirtschaftlichen
Entscheidungsträger der Welt sind. Es wird wahrscheinlich
eine Verschiebung im Getriebe des globalen Wirtschaftssystems
signalisieren.
6.
Wir haben keine Hoffnung von den neuen kapitalistischen Mächten
inkludiert zu werden. Chinas Herrscher stellen vielleicht
den Anspruch sozialistisch zu sein; andere, wie etwa Lula
in Brasilien und Motlanthe in Südafrika, präsentieren
sich vielleicht zeitweise als die Verfechter der Armen. In
Wirklichkeit aber verteidigen sie alle den Kapitalismus, die
Ausbeuter und Unterdrücker ihres Volkes und zunehmend
auch imperialistische oder sub-imperialistische Ausbeuter
von Menschen anderer Länder.
7.
Damit diese Krise nicht zu der vollständigen Niederlage
der globalen Arbeiterklasse, Armut, Ausbeutung und Krieg führt,
müssen sich die unteren Klassen mobilisieren. Wir müssen
Hilfeleistungen fordern, nicht für die Kapitalisten,
sondern für uns. Wir Anarcho-KommunistInnen werden dafür
kämpfen, dass jene, die Häuser auf Hypotheken bekommen
haben, Hilfe bekommen und ihre Häuser behalten können.
Wir werden uns auch weiterhin in Kämpfen für bessere
Löhne und kürzere Arbeitszeiten, bessere Wohnungen,
Dienstleistungen, Gesundheitsversorge, Sozialfürsorge,
Bildung und für den Schutz der Umwelt engagieren und
diese Kämpfe unterstützen. Wir kämpfen für
ein Ende der imperialistischen Kriege und Unterdrückung
unserer Klasse und ihre Kämpfe.
8.
Wir stellen diese Forderungen als Reaktion auf das G20-Treffen
und werden diese auch weiterhin verlangen. Durch solche Forderungen,
und die Herbeibringung dieser durch direkte Aktion, arbeiten
wir in Richtung Aufbau einer globalen Bewegung der unteren
Klassen, die dem Kapitalismus, dem Staat und den Krisen ein
Ende setzen kann.
Alternative
Libertaire (Frankreich)
Federazione
dei Comunisti Anarchici (Italien)
Melbourne
Anarchist Communist Group (Australien)
Zabalaza
Anarchist Communist Front (Südafrika)
Federação
Anarquista do Rio de Janeiro (Brasilien)
Common
Cause (Ontario, Kanada)
Unión Socialista Libertaria (Peru)
Union
Communiste Libertaire (Québec, Kanada)
Liberty
& Solidarity (Vereinigtes Königreich)
Asociación
Obrera de Canarias/Eššer Amahlan n T?kanaren
(Afrika)
Anarchistische
Föderation Berlin (Deutschland)
